Beratungsangebote

Die Fachambulanz Gewalt in Flensburg gehört zu den spezialisierten Einrichtungen von pro familia Schleswig-Holstein - gegen sexuelle Gewalt - für den Opferschutz. Wir führen die therapeutische Nachsorge für aus dem Strafvollzug entlassene Sexual- und Gewaltstraftäter durch. Außerdem bieten wir im Rahmen des Kooperations- und Interventionskonzepts Schleswig-Holstein gegen häusliche Gewalt (KIK) Gruppenarbeit mit Personen, die häusliche Gewalt ausüben, an.

 

Erwachsene Sexualtäter

In der Fachambluanz Gewalt in Flensburg werden Therapien für Straftäter durchgeführt, die mit einem Sexualdelikt strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Die begangenen Delikte umfassen dabei alle Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wie beispielsweise Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung, Exhibitionismus oder sexueller Kindesmissbrauch.

Die Bandbreite der Sexualtäter, die in der Fachambulanz Gewalt in Flensburg aufgenommen werden können, ist groß. Sie reicht von bislang unbehandelten Ersttätern bis hin zu langjährig inhaftierten Nachsorgefällen aus den Justizvollzugsanstalten, die unter Bewährung oder Führungsaufsicht stehen. Dabei werden Jugendliche ab 14 Jahren, Heranwachsende und Erwachsene behandelt.

Die Therapie von Sexualstraftätern in der Fachambulanz Gewalt in Flensburg wird im Rahmen einer Projektförderung durch das Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein finanziert. Dementsprechend erfolgt der Zugang zur Fachambulanz Gewalt in der Regel im Rahmen einer justiziellen Therapieweisung.

Für eine wirksame Behandlung muss ein ausreichendes Maß an Therapiemotivation und Therapiefähigkeit bei den Klienten vorhanden sein. Ausschlusskriterien für die Behandlungsaufnahme sind deshalb:

  • eine bestehende Suchtproblematik, die es dem Klienten nicht ermöglicht, nüchtern und orientiert zu den Gesprächen zu erscheinen. In diesem Fall muss eine Behandlung der Suchterkrankung vorgeschaltet werden.
  • eine gravierende psychische Erkrankung, die im Vordergrund steht und entweder eine erfolgversprechende Auseinandersetzung mit den Taten verhindert oder aber Hauptgrund für die Begehung der Taten war.
  • eine dauerhaft fehlende Bereitschaft, zuverlässig zu den vereinbarten Terminen zu erscheinen.
  • eine dauerhaft fehlende Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit.
  • unzureichende Deutschkenntnisse, die therapeutische Gespräche unmöglich machen.

 

Jugendliche Sexualtäter

Seit 2003 finanziert die Stadt Flensburg, Fachbereich Jugend, das Projekt ‚Behandlung Jugendlicher Sexualtäter‘ des pro familia Landesverbandes Schleswig-Holstein e.V. Ziel des Projektes ist die möglichst frühe Intervention bei sexuell grenzüberschreitenden Handlungen im Kindes- und Jugendalter, um Chronifizierung des Verhaltens und damit Täterkarrieren zu verhindern.

Zielgruppen des Projektes sind:

  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre die sexuell grenzverletzendes Verhalten im Elternhaus oder Einrichtungen der Jugendhilfe gezeigt haben
  • Heranwachsende mit kognitiver Grenzbegabung oder psychosexueller Reifeverzögerung
  • Eltern, Angehörige und professionellem Personal, die Hilfestellungen im Umgang mit sexueller Grenzüberschreitung benötigen

Ziele in der Beratung sind:

  • Wissensvermittlung zum Thema (legale) Sexualität
  • Kennenlernen der eigenen emotionalen, sozialen und sexuellen Bedürfnisse, sowie deren angemessene Umsetzung
  • Verbesserung der Emotionsregulation und Beziehungsgestaltung
  • Wahrnehmen und Einhalten von Grenzen
  • Entwicklung von Empathie für Betroffene von sexuellen Grenzüberschreitungen
  • Identifikation und Ablegen von Neutralisierungs- und Bagatellisierungsstrategien
  • Übernahme von altersangemessener Verantwortung für das eigene Handeln

Unser Angebot setzt die grundlegende Mitarbeits- und Einlassungsbereitschaft der jungen Klienten voraus und baut auf eine enge, verbindliche Zusammenarbeit mit deren familiären, sozialen und professionellen Umfeld. Der Umfang der Gespräche wird dem Einzelfall angepasst und der Bedarf in einem unverbindlichen Erstgespräch abgeklärt.

Die Finanzierung erfolgt durch die Stadt Flensburg, es muss keine finanzielle Eigenleistung erbracht werden.

 

Täter häuslicher Gewalt

Wir bieten Menschen, die in ihren (ehemaligen) Paarbeziehungen gewalttätig geworden sind, konkrete Hilfen zur Veränderung an. Dies geschieht nach einem individuellen Vorgespräch in wöchentlichen Sitzungen in einer unserer Gruppen. Dort arbeiten wir mit den Teilnehmenden daran, auf folgende Fragen Antworten und Veränderungsmöglichkeiten zu finden:

  • Worüber habe ich mich so aufgeregt?
  • Wie hätte ich die Situation früher und friedlicher beenden können?
  • Was habe ich durch den Einsatz von Gewalt erreicht – und was habe ich alles verloren?
  • Woran merke ich, dass ich kurz davor bin „auszurasten“?
  • Welchen Einfluss hat Alkohol auf mein Verhalten?
  • Was kann ich tun, um das Vertrauen in meiner Partnerschaft wieder zu stärken?
  • Welche Folgen hat mein Verhalten möglicherweise für meine Kinder oder die Kinder meiner Partnerin?

Unsere Arbeit in den Gruppen stellt keine Therapie dar, auch wenn wir uns teilweise therapeutischer Methoden bedienen, sondern hat den Charakter eines Beratungsgespräches für eine Gruppe. Dies geschieht in einer Gruppe mit höchstens 8 Teilnehmenden in insgesamt 18 Sitzungen.

In Ausnahmefällen bieten wir auch Einzelgespräche an, die einen Umfang von 12 Sitzungen haben.

Erhält jemand die Auflage zur Gruppenteilnahme durch die Justiz oder durch ein Jugendamt, kümmern wir uns um den entsprechenden Kontakt und geben der Auflage erteilenden Stelle Rückmeldung über die Erfüllung oder Nichterfüllung der Auflage.

Die Eigenbeteiligung für die Teilnahme beträgt 120 €, bzw. ermäßigt 75 €.

Fachambulanz Gewalt Flensburg, Marienstraße 29-31, 24937 Flensburg
Tel.: 0461 90 926-22 Fax: 0461 90 926-49

Impressum

Träger:
pro familia
Landesverband Schleswig Holstein e.V.

© Fachambulanz Gewalt Flensburg

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